Sehr geehrter Urlauber, lieber Gast, lieber Freund unseres schönen Ortes Neuendorf,

viele von Ihnen kommen schon seit Jahren zu uns auf die Insel, nach Neuendorf; Familien, deren Kinder auch schon wieder mit eigenem Nachwuchs kommen und sich erholen.  Wir hören von Ihnen immer wieder, wie einzigartig der Ort ist, mit seiner Ruhe, seiner Einmaligkeit, mit der Freundlichkeit der Gastgeber.  Das aber könnte, wenn es nach dem Willen einiger Vertreter der Hansestadt Stralsund geht, bald ein Ende haben. Durch die erhöhten Pachten, vor allem wegen der überdimensioniert festgelegten Grundstücke und der daraus resultierenden Pachterhöhungen, kann es für viele Familien zu einer Existenzfrage werden. Außerdem verwildert der Ort zusehens. Wir haben hier ausführlich dazu berichtet.

An dieser Stelle einige Informationen, zu den Abläufen der letzten 10 Jahre.

Augenscheinlich ist, dass sich die Politiker in unserem Land gegenseitig nicht weh tun, gern echte Probleme abwimmeln und sich mit fadenscheinigen  Begründungen begnügen, nur um Ruhe zu haben oder ihren politischen Gegner nicht unnötig zu verärgern. Das sind keine Floskeln, das ist allgegenwärtig und erlebt.

Noch etwas ist in unserer Sache sehr wichtig. Wir alle Betroffenen leben und wohnen seit vielen Generationen in den Häusern und auf den Grundstücken. In vierter, fünfter und mehr Generationen, wir sind selbst hier geboren, groß geworden, unsere Kinder sind die nächste heranwachsende Generation in den Häusern und auf den Grundstücken. Kein betroffenes Gebäude ist nach der Wende gebaut worden, was vielleicht eine wirkliche Pachtdiskussion ermöglichen könnte.

Im Button „in eigener Sache“ haben wir die historische Entwicklung in unserem Dorf erläutert. So wissen Sie, liebe Leser, dass Mitte der 90iger Jahre auf ein bis heute sehr umstrittenes Urteil der Oberfinanzdirektion Rostock die HST Stralsund hälftiger Eigentümer des Bodens im Dorf wurde. Die offensichtlich nicht sehr gute Haushaltspolitik der HST muss dann der Auslöser zu der Frage gewesen sein, wo können wir ohne eigene Investition schnell zu viel Geld kommen. Da viel dem OB der HST Neuendorf ein. Er ließ ein Flugzeug über das Dorf fliegen, die Grundstücke markieren und kam auf das Dorf zu, so, nun bin ich Herr über die Grundstücke und bestimme, wie es weiter geht. Alle Bemühungen der Dorfbewohner in ein Gespräch mit dem OB zu kommen, wurden kategorisch und meist ohne Begründung abgelehnt. Im Gegenteil, er ließ durch seinen Vertreter in einem fünfzehnminütigen Gespräch wissen, entweder ihr bezahlt unsere Pachten oder ihr werdet verklagt. In einer einmaligen Situation in Mecklenburg-Vorpommern wurden und werden rund 80 Familien seit 10 Jahren in unzähligen Gerichtsverfahren, Berufungsverfahren, Bodengutachten (die der OB dann gerne, wenn sie nicht passen, widerruft) gezerrt. Ohne Rücksicht auf Alter, Gesundheitszustand der betroffenen Bürger, alle wurden und werden verklagt. Diese Situation haben wir noch heute.

Ein kleiner Abriss, wie wir versucht haben, auf uns und unsere Situation aufmerksam zu machen:

  • 30.01.2015:

Brief an die Bundeskanzlerin mit Bitte, in ihrem Wahlbezirk uns zu helfen – keine Antwort

  • 25.07.2016:

einer der ersten Briefe an den Innenminister, Herrn Caffier, der, wie alle anderen, wurde mit der Begründung abgewimmelt – kommunale Selbstverwaltung

  • 17.12.2016:

Frau Steffen, Bundestagsabgeordnete und SPD Bürgerschaft der HST, war auf der Insel, große Betroffenheit, danach nie wieder etwas gehört

  • 09.01.2017:

einer von mehreren Briefen an den MP, Herrn Sellering. Abgewimmelt – kommunale Selbstverwaltung – zieht sich wie ein roter Faden durch alle weiteren Hilferufe

  • 07.06.2017:

Herr Kokert, Landeschef der CDU in Meck-Pom. Bedauerlich, kann leider nichts machen

  • 08.02.2018:

Brief an die Ministerpräsidentin des Landes, bis heute keine Antwort

  • 19.09.2018:

Frau Dr. Merkel, siehe „unter Aktuelles“ –  kommunale Selbstverwaltung

Das muss man sich als Bürger der Bundesrepublik einmal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen lassen. Wir hören permanent, dass wir in einem demokratischen Rechtssaat leben, wenn du aber nach deinem Recht fragst, gibt es das nicht. Ein Dorf wird 10 Jahre in ein Mamut-Gerichtsverfahren ohne eigenes Zutun gerissen. Es gibt keinen Politiker, obwohl zigfach darum gebeten, und schon gar nicht der betreffende Oberbürgermeister der HST (der kommunal gar kein Zugriff auf die Insel bzw. Neuendorf hat), die bzw. der bereit ist zu reden, zu verhandeln, auf die Insel zu kommen. Die HST bedient sich bei den enormen Gerichtskosten der Staatskasse, der Neuendorfer bezahlt alles aus seiner privaten Schatulle, der OB verbrennt in den letzten Jahren einen höheren fünfstelligen Betrag aus Steuermitteln, lässt teure Bodengutachten erstellen, die er später verwirft, weil sie ihm nicht passen. Kein Ministerium, kein Politiker ist auf die Idee gekommen, das einmal zu hinterfragen. Nicht einmal die Bürgerschaft der HST. Muss er auch nicht, ist ja kommunale Selbstverwaltung! Eine Mediation sollte zwischen allen Beteiligten endlich eine Annäherung finden. Für teures Geld wurden neutrale Richter beauftragt zu vermitteln. Die Neuendorfer mussten das wieder privat finanzieren, die Gemeinde Hiddensee und die HST hatten dafür Steuermittel zur Verfügung. Da sich aber die Gemeinde und die HST im Vorfeld bei Mauscheleien nicht einig wurden, sagte die HST in Persona Dr. Badrow die Mediation ab. Die Neuendorfer kamen gar nicht erst zu Wort. Seit Jahren und in den unzähligen Hilferufen baten die Neuendorfer wenigstens einmal einen runden Tisch einzuberufen. Wir hatten keine Chance, weil wieder keiner hinhören wollte.

Erst mit einem Politiker aus den Reihen der Linken in Mecklenburg- Vorpommern, Herrn Helmut Holter (heute Bildungsminister in Thüringen), kam endlich jemand, der uns einmal zuhörte; der verstand, weil er es wollte  und weil er auch erkannte, dass hier eine Menge schief läuft und die kommunale Selbstverwaltung schon seit Jahren ausgehebelt wurde. Ihm haben wir es zu verdanken, dass die Staatskanzlei in Schwerin endlich gesprächsbereit war. Obwohl der Chef der Staatskanzlei, Herr Meyer, uns auch erklären wollte, dass die Landesregierung nur bedingt eingreifen könne -wieder schwebte die kommunale Selbstverwaltung über dem Raum – konnten wir endlich an einem kompetenten Tisch dieses Vorurteil ausräumen. Herr Meyer war und ist bereit, zwischen dem OB der HST, der Gemeinde Hiddensee und den Neuendorfern zu vermitteln. Es sollte ein runder Tisch stattfinden. Ein erster Erfolg für die Neuendorfer nach so vielen bitteren Jahren schien greifbar. Herr Dr. Badrow erklärte sich in einem Vorgespräch mit dem CdS bereit, unter noch zu verhandelnden Bedingungen, die Grundstücke an die Neuendorfer zu verkaufen. Es roch förmlich  nach Frieden, Ruhe, gegenseitiger Anerkennung. Ein großes Aufatmen ging durch das Dorf.

Bei aller Hoffnung und Freude wurde der Richter am Landgericht Stralsund, das CDU Mitglied Rinnert, vergessen. Dieser fällte ein Urteil, welches nicht nur bei Menschen, die in der Justiz nicht ganz so zu Hause sind, erhebliches Kopfschütteln auslöste und ungläubige Verwunderung und … Wenn man sich nun alle Beteiligten einmal anschaut: Der OB der HST – CDU, der zuständige Richter in der HST – CDU, die Landesregierung, der zuständige IM- CDU,  das Justizministerium – CDU, die Vertreterin des Bundestagswahlbezirkes -CDU. Kein weiterer Kommentar. Schauen Sie bitte auf den Anfangstext dieses Beitrages.

Nur so viel. Das Urteil widerspricht dem zehnjährigen Gerichtsmarathon und hat alles Bisherige über den Haufen geworfen. Die Neuendorfer müssen nun etliche Jahre rückwirkend Pachten nachzahlen, obwohl sie an der Situation gar nicht Schuld sind, sondern Badrow und die HST (ist problemlos nachweisbar). Die Höher der Pachten richtet sich in Neuendorf nicht  nach den vorliegenden B-Plänen, sondern auf Absprachen der CDU Freunde Rinnert und Badrow….. wir hören auf.  Der demokratische Rechtsstaat und die kommunale Selbstverwaltung – armer Bürger, der du nichts anderes bist als ein Steuerzahler ohne Rechte und ohne Schutz.

Die Volksparteien verlieren immer mehr an Zuspruch – Neuendorf zeigt u.a. warum und wieso.

Frau Merkel, Frau Nahles, Herr Söder – alle meinen nach Wahlschlappen, es ist an der Zeit, auf die Menschen zuzugehen. Auch jetzt wieder. Nur, wann endlich wollen diese Politiker und ihre Parteifreunde endlich einmal los laufen? Sollten wir Ihnen die Schiffszeiten ab Stralsund oder Schaprode einmal Mailen, dass sie vielleicht bei uns anfangen?

Wir müssten ihnen aber am Hafen ihr Schutzschild „kommunale Selbstverwaltung“ abnehmen, sonst wird das wieder nix…mit dem „auf die Menschen zugehen“.

Wir wollen keinen unserer Urlauber zu Meinungen und Äußerungen in unserer Angelegenheit animieren.  Wenn sich allerdings jemand für den Erhalt des  Ortes und die Menschen einsetzen möchte, dann sollte er sich an folgende Adressen wenden:

Hansestadt Stralsund, Büro des Oberbürgermeisters, Rathaus/Alter Markt,  18439 Stralsund

Oberbürgermeister@stralsund.de  oder praesident. buergerschaft@stralsund.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen