Historie

Seit 1854 versuchen die Neuendorfer Einwohner klare und eindeutige Verhältnisse in Sachen Grundstückeigentum in Neuendorf zu erlangen. Das Kloster zum heiligen Geist Stralsund verkaufte den damaligen Fischern im Dorf nur so viel Land um Häuser darauf zu bauen. So besitzen die Neuendorfer tatsächlich nur den Grund und Boden unter ihren Häusern. Treten sie aus der Haustür, treten sie auf Pachtland. Das ist bis heute fast einmalig im vereinten Deutschland. Es gibt mehrfach Dokumente, die bezeugen, dass den Neuendorfer in allen Zeiten (Kaiserzeit, Weimarer Republik, im 3. Reich und auch zu  Zeiten der DDR) verwehrt wurde, vernünftige Eigentumsverhältnisse zu schaffen. Was in Vitte und Kloster möglich war, wurde in Neuendorf verboten, weil man die Zeilen ausgerichtete Struktur des Dorfes nicht verändert haben wollte. Neuendorf steht in seiner Grundstruktur unter Denkmalschutz!  Mit der Wende keimte große Hoffnung durch das “Modrow – Gesetzt” bzw. durch das Sachenrechtsbereinigungsgesetz endlich den in DDR Zeiten gepachteten Grund und Boden um die Häuser kaufen zu können. Im Gegenteil, der HST Stralsund viel nach der Wende ein, dass sie juristischer Nachfolger des Klosters zum heiligen Geist ist (Kein Kloster sondern ein Krankenhaus) und buhlte nun intensiv um die Grundstücke in Neuendorf. Mit Erfolg. Um 2006 bekamen sie, neben der Gemeinde Insel Hiddensee, die Grundstücke in Neuendorf als 50%iger Eigentümer zugesprochen. Die HST Stralsund und die Gemeinde Insel Hiddensee sind nun zu gleichen Teilen Besitzer der Grundstücke im Dorf.

 

Ein kleiner chronologischer Ablauf der Entwicklung in bzw. zu Neuendorf:

- 1757 kaufte der Stralsunder Kaufmann, Ulrich Giese die Insel Hiddensee

- 1800 wurde die Insel an den Hauptmann v. Bagewitz verkauft, aus dessen Nachlass wurde die Insel 1835 an das zu Stralsund gehörende Kloster zum Heilgen Geist verkauft. Zu dieser Zeit  verkaufte die Stadt, im Namen des “Kloster zum Heiligen Geist” ihrerseits einzelne Parzellen an Einwohner der Insel. Den Neuendorfern wurden Baugrundstücke verkauft, die nicht größer waren als der Grundriss der Gebäude. Dazu kleine Ackerflächen und Weideland. Die Flächen zwischen den Häusern hatte ihnen die Stadt Stralsund um 1867 zur gemeinschaftlichen Nutzung langfristig verpachtet.

-1921 und 1935 gab es Anfragen der Neuendorfer zum Landkauf, diese wurde von der Stadt abgelehnt. Diese Mischung aus Eigentum und Pacht wurde bis 1945 praktiziert.

-1945 wurde die Bodenreform in Neuendorf nicht durchgeführt, es blieb bei den alten Verhältnissen. Das Land wurde in Volkseigentum umgewandelt und war an privat nicht verkäuflich. Erst 1972 wurde der gemeinschaftliche Pachtvertrag von 1867 durch die DDR für ungültig erklärt, das Land wurde vom Volkseigenem Gestüt Ummanz bewirtschaftet. Alle zu DDR Zeiten errichteten An- und Neubauten wurden mit staatlicher Genehmigung auf Volkseigenem Land errichtet.

- Nach der Wiedervereinigung sind die Hansestadt Stralsund und die Gemeinde Insel Hiddensee zum jeweils hälftigen Eigentümer dieser Grundstücke geworden. Um 1991 herum haben die Neuendorfer die von ihnen genutzten Grundstücke von der Gemeinde Hiddensee zu an Einkommensverhältnissen angepassten Pachtzins gepachtet.

- 2007 wurden auch diese Verträge, wieder einseitig, von der Stadt Stralsund gekündigt, mit dem Ziel, erhöhte Pachtzinsen mit neuen Pachtverträgen durchzusetzen. Die Neuendorfer haben sich seit der Wiedervereinigung bis heute vergeblich bemüht, das von ihnen genutzte Land zu kaufen, ergebnislos.

-Die Stadtverwaltung der Hansestadt Stralsund mit ihrer Bürgerschaft und dem Oberbürgermeister an der Spitze lehnen bis heute jedes Gespräch mit den Bürgermeister der Gemeinde Insel Hiddensee ebenso ab, wie mit Vertretern der Interessengemeinschaft Grundstückfragen Neuendorf.   Ein unglaublicher Vorgang aber leider Realität.

 

 

 

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