Wie ist es zu dieser Situation gekommen?

  • 1757 kaufte der Stralsunder Kaufmann, Ulrich Giese die Insel Hiddensee.
  • 1800 wurde Hiddensee dann an den Hauptmann v. Bagewitz verkauft.
  • Nach der Reformation 1525 wurde das „Kloster zum Hlg. Geist“ in Stralsund in eine städtische Einrichtung unter gleichem Namen umgewandelt.
  • So kaufte die Verwaltung des Klosters und damit die Stadt Stralsund im Jahre 1836 die Insel Hiddensee für 68.000 RM von dessen Erben.

 

Zu dieser Zeit verkaufte die Stadt ihrerseits einzelne Parzellen an Einwohner der Insel.

Den Neuendorfern wurden Baugrundstücke verkauft, die nicht größer waren als der Grundriss der Gebäude. Dazu kleine Ackerflächen und Weideland. Darüber hinaus benötigtes Weideland und die Flächen zwischen den Häusern hat ihnen die Stadt mit einem langfristigen Pachtvertrag 1867 gemeinschaftlich verpachtet.

Der Pachtvertrag ließ auch zu, dass auf diesen Flächen Heu, Holz, Hausrat gelagert und fundamentlose Schuppen errichtet werden durften.

Diese Mischnutzung aus Eigentum und Pacht wurde bis 1945 praktiziert, 1921 und 1935 gab es Anfragen der Neuendorfer  zum Landkauf, diese wurden von der Stadt abgelehnt.

1945 wurde die Bodenreform in Neuendorf nicht durchgeführt, es blieb bei den alten Verhältnissen. Das Land wurde in Volkseigentum umgewandelt und war an privat nicht verkäuflich.

1972 wurde der gemeinschaftliche Pachtvertrag von 1867 durch die DDR-Führung für ungültig erklärt, das Land wurde vom VeG Ummanz bewirtschaftet, die private Viehhaltung musste aufgegeben werden. Alle zu DDR-Zeiten errichteten An- und Neubauten wurden mit staatlicher Genehmigung auf Volkseigenem Land errichtet.

Nach der Wiedervereinigung ist die Stadt Stralsund und die Gemeinde Insel Hiddensee zum jeweils hälftigen Eigentümer dieser Grundstücke geworden. Die Neuendorfer haben 1991 die von ihnen genutzten Grundstücke von der Gemeinde Hiddensee gepachtet. Der Pachtzins war an die Einkommensverhältnisse angepasst und betrug  0,50 M / m² , heute 26 Cnt.

2007 wurden auch diese Verträge, wieder einseitig, von der Stadt Stralsund gekündigt. Es sollten höhere Pachtzinsen mit neuen Verträgen durchgesetzt werden. Die von Stralsund angebotenen Pachtverträge hätten die Neuendorfer Hausgrundstücksbesitzer aller Rechte enthoben!

Die Neuendorfer haben sich seit der Wiedervereinigung bemüht das von ihnen genutzte Land zu kaufen,    ergebnislos.

Das  Modrow-Gesetz, das Sachenrechtsbereinigungs-Gesetz, nichts trifft für uns zu und die Pachtverträge der Stadt geben uns keine Sicherheit für die Zukunft

Die Stadt will erreichen:

  • Dass Pachten entrichtet werden, die sich an den Verkaufspreisen für Grund und Boden orientieren (Wert-Gutachten, weil kein Verkauf, Wert = 125,-€/m²) und spekuliert darauf, dass der Preis steigt.
  • Grundstücke, die auf Hiddensee verkauft werden, sind teilweise Spekulationsobjekte und treiben die Pachtzinsen in die Höhe!
  • Wenn die Pacht nicht wie gefordert gezahlt wird, wird vor Gericht die Pfändung angestrebt, dies kann bis zur Zwangsversteigerung unser Grundstücke und Häuser führen. Damit wird eine Vertreibung der Einheimischen Bevölkerung billigend in Kauf genommen!

Die Neuendorfer wollen erreichen:

  • Die genutzten Grundstücke zum Gutachterpreis zu kaufen um Kindern und Enkeln eine Lebensgrundlage im Dorf zu ermöglichen.

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