Offner Brief

 

 

 

Offner Brief

 

Wie haben unsere Vorfahren früher auf Hiddensee gelebt?

So lautete das Motto des Museumstages unseres Heimatmuseums in Kloster auf Hiddensee.

 

Bestimmt war es nicht einfach. Das Leben war hart und die Arbeit schwer, reich sind sie hier auf Hiddensee nicht geworden, es reichte zum Leben. Das bescheidene Fischerhaus wurde meist von drei Generationen bewohnt, so ist es zum Teil noch heute. Der Gemeinschaftssinn der Hiddenseer war vor allem der Einsicht geschuldet, das keiner allein auf der Insel überleben konnte.

Die beiden Fischpartien der Neuendorfer wurden gegründet, weil die Arbeit mit den Reusen nur gemeinschaftlich zu machen war. Die Arbeit hat den Lebensalltag bestimmt. Zusammen wurden die Häuser errichtet, die Kühe geweidet, gefeiert und getrauert. Sicher gab es nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen, es gab auch Schwierigkeiten und Streit. Aber auch diese Probleme wurden gemeinschaftlich gelöst.

 

Leider ist uns dieser Gemeinschaftssinn auf Hiddensee fast vollständig verloren gegangen! Nicht Gemeinsamkeiten sondern Gegensätze werden gepflegt. Nicht die Sorgen und Nöte des Nachbarn anhören oder gar verstehen, sondern sich von ihm abgrenzen. Mit Worten und Taten die eigene Überlegenheit demonstrieren. Selbstsüchtiges und egoistisches Denken bestimmt heute das Handeln vieler Mitbürger. Meinungsverschiedenheiten werden nicht im persönlichen Gespräch beendet, sondern es werden Halbwahrheiten  im Internet auf anonyme Art „gepostet“.

 

Eine unendliche Spirale!

Das führt dazu, dass wir nicht mehr miteinander reden und Argumente austauschen können. Unsere Vorurteile werden größer mit jedem neuen Artikel der irgendwo in den Medien erscheint und uns das Gefühl gibt, ihr seid die Bösen, aber wir sind die Guten.

 

So wird in den Medien das Bild von den renitenten Neuendorfern verbreitet, die einfach ihre Pacht nicht an Stralsund bezahlen wollen. Geschieht ihnen recht, dass sie jedes Jahr vor Gericht gestellt werden.

Nur wenige Mitbürger kommen auf den Gedanken, das diese Art des Umganges der Amts- und Stadtverwaltung mit seinen Einwohnern für die Neuendorfer Bürger eine hohe psychische Belastung darstellt.

Dabei gab es und gibt es von Seiten der Neuendorfer wieder und wieder Gesprächsangebote. Einzig die Fraktion DIE LINKE und Gruppe Adomeit der Bürgerschaft Stralsund und die Fraktion Hiddenseepartei achtsame Bürger der Gemeindevertretung Hiddensee ist unserem Gesprächsangebot gefolgt.

Alle anderen politisch Verantwortlichen Gruppen stecken den Kopf in den Sand und wollen nichts mit unseren Problemen zu tun haben!

„Tatenloses Abwarten und stummes Zuschauen sind keine christlichen Tugenden.“,   so sagte es Dietrich Bonhoeffer.

Dies gehört sich auch für Leute, die sich für ein politisches Amt beworben haben und von den Bürgern in dieses Amt gewählt wurden.

 

Es geht uns um die Zukunftssicherheit unserer Häuser und Grundstücke. Unser Pachtverträge wurden vom Amtsvorsteher West-Rügen und von der Stadtverwaltung Stralsund gekündigt und statt neue Verträge mit uns zu verhandeln, werden wir verklagt.

 

Die Neuendorfer haben den Anschein gewonnen, dass es Sinn und Zweck dieser Missachtung zivilen Zusammenlebens ist, sie solange mit Klagen und Forderungen zu überziehen, bis sie oder ihre Kinder aufgeben und ihr ererbtes Elternhaus verkaufen.

Hiermit möchten wir nochmals alle politisch Verantwortlichen zum  gemeinschaftlichen Dialog aufrufen.

Wir bitten alle Parteien sich an einem Rundtischgespräch zu beteiligen. So kann es nicht weitergehen!

 

Vorstand der IG „Grundstücksfragen“ e.V.

 

 

 

 

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